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Klar Schiff zum Gefecht

USA 1956
Kriegsfilm
Originaltitel: Away All Boats
Regie: Joseph Pevney
Produzent: Howard Christie
Musik: Frank Skinner
Hauptdarsteller: Jeff Chandler, George Nader, Julie Adams, Lex Barker

Inhalt

Zu Beginn des Pazifikkrieges erhält der US-Zerstörer "Bellinda" einen neuen Kapitän. Dieser Jebediah Hawks erweist sich als ein umsichtiger, selbstloser Marinesoldat, der anfänglich nur als Trittbrett für größere Kommandos gedacht, in seine Aufgabe immer mehr hineinwächst. Trotzdem er treue, ergebene Offiziere, wie den verheirateten Mc Dougle und den wohlhabenden Quigley (Lex Barker), an seiner Seite hat, muss er als Captain einsam seinen Mann stehen und kann auch nicht verhindern, dass sein Schiff bei einem japanischen Flugzeugangriff schwer beschädigt wird. Er selbst findet in dieser Schlacht den Tod und Mc Dougle, der vor dem Krieg selbst Handelsmarinekapitän war, wird wohl sein Kommando übernehmen. Daneben erhält man Einblick in verschiedene andere Soldatenschicksale und in Mc Dougles Privatleben.

Fankommentar

Bei diesem Film muss ich ganz klar zwei verschieden Ebenen unterscheiden. Die offensichtliche Ebene ist die Wirkung auf den Zuschauer – und die ist gedämpft. Zuviel Hurra-Patriotismus, zuviel Schwarz/Weiß-Malerei, zu viele Einführungen von Charakteren, zu wenig straffe Handlungsführung, einige unlogische Handlungsentwicklungen. Das alles führt dazu, dass sich das Amerika der 50-er Jahre zwar an diesem Film ergötzte, dass er auf den heutigen deutschsprachigen Fernsehzuseher aber unausgewogen und einfach übertrieben pathetisch wirkt.
Die zweite Ebene sind die Darsteller, die meines Erachtens großes leisten. Ein Jeff Chandler, der den Film in der Hauptrolle souverän trägt. George Nader und Julie Adams als ebenso attraktives wie sympathisches Ehepaar, dem man von ganzem Herz Glück wünscht. Eine Nebendarstellerriege von Richard Boone (den immer hervorragend agierenden Schurken aus zahlreichen Western) und Jock Mahoney (späterer Tarzan-Darsteller) über den Jüngling William Reynolds bis hin zu alten Barker-Gefährten wie John McIntire (Gold aus Nevada), Keith Andes (ein weiterer "Bruder" in "Die Farmerstochter") oder Charles McGraw (Donnernde Hufe).
Und schließlich Lex Barker in der 3. Hauptrolle, die wohl eine seiner interessantesten Hollywoodrollen darstellt. Der 1. Offizier Quigley gilt unter seinen Kollegen als unerfahrenes Greenhorn, der sich hinter seinen Sternen und Verwaltungsaufgaben versteckt, um nicht hinaus ins Kampfgeschehen zu müssen. Verstärkt wird der Eindruck durch sein geschniegeltes und korrektes Auftreten und seine souverän-gebildete Art, die man mit Arroganz verwechseln könnte. Erst nach und nach kommen seine Kameraden dahinter, dass er ein hervorragender Offizier ist und gönnen ihm schließlich seine Versetzung, um ein eigenes Kommando zu führen. Lex erfüllt alle Anforderungen an diese Rolle ausgezeichnet und ist in der ersten Hälfte des Streifens durchaus häufig präsent. Seine Ausstrahlung in Uniform ist großartig und der Kameramann geizt nicht mit Großaufnahmen des gescheitelten Commanders. Leider verlässt Quigley nach 70 Minuten das Schiff und man erfährt nichts mehr über sein Schicksal.
Mir geht bei dieser Betrachtung ständig durch den Kopf, dass Lex' echte Militärkarriere wohl ähnlich verlaufen ist. Als Sohn einer reichen, einflussreichen Familie und Absolvent einer Universität war Lex zunächst Musterschüler im Offizierlehrgang. Seine Aufgabe im Kriegsdienst war dann wenig aufregend als "Aufputz" eines Generals, der wohl bei Besprechungen und Feierlichkeiten dessen Wirkung positiv unterstreichen sollte. Aber Lex wollte aktiv am Geschehen teilnehmen und ließ sich versetzen um eine höchst verantwortungsvolle Aufgabe (Kompaniekommandant) mitten im Kampfgebiet zu übernehmen. Es herrschen also viele Parallelen zwischen diesem Quigley und Major Barker, wahrscheinlich ein Grund, warum Lex in dieser Rolle so authentisch und überzeugend wirkt.