Battles Of Chief Pontiac
USA 1952
Abenteuerfilm
Regie: Felix Feist
Produzent: Irving Starr
Hauptdarsteller: Lex Barker, Helen Westcott, Lon Chaney
Inhalt
Der Film spielt im 18. Jahrhundert zur Zeit der englisch-französischen Kolonialkriege. Der Häuptling der Ottawas, Pontiac (Lon Chaney), und ein umsichtiger Major der englischen Armee wollen einen Friedensvertrag unterzeichnen. Als Vermittler dient der Ranger Leutnant McIntire (Lex Barker), der mit beiden Männern gut befreundet ist. Die Friedensverhandlungen werden gestört als Colonel Weber mit seiner Söldnertruppe im Fort des Majors einmarschiert und das Kommando übernimmt. Seit er vor Jahren in die Hände der Arapahos fiel und gemartert wurde, hasst er alle Indianer und führt im Namen der englischen Armee einen persönlichen Rachefeldzug. Er schickt Pontiac als scheinbares Zeichen seines guten Willens mit Pocken infizierte Decken aus dem Fort. Unter den Indianern bricht eine Seuche aus und als McIntire Pontiac verrät, was der Auslöser dieser Seuche ist, lässt sich auch der friedliebende Häuptling nicht mehr zurückhalten. Er überwältigt Webers Truppe, nimmt ihn gefangen und stülpt ihm eine der Decken über. So bezwingt er zwar seinen Erzfeind, weiß jedoch gleichzeitig, dass die große Zeit seines Volkes vorbei ist.
Fankommentar
Der einzige Film, den Lex Barker während seiner Tarzan-Zeit gedreht hat, ist ein kleines Juwel. Barker, der durch die Motivation hier endlich mehr Text zu haben als in seinen Dschungelabenteuern in ungewohnter Spiellaune ist, gibt hier bereits den edlen, selbstlosen Vermittler zwischen Rot und Weiß. Dazu darf er aber auch ein charmanter Liebhaber sein, der auch durchaus zynische Bemerkungen für seine temperamentvolle Liebste übrig hat. Barkers Aussehen (er war 33 Jahre alt) ist hier phänomenal und ich finde, er liefert überhaupt eine seiner besten schauspielerischen Leistungen ab.
Der ganze Film, leider in s/w gedreht, ist spannend, atmosphärisch dicht, mit tollen Landschaftsaufnahmen versehen und einfach sehr sympathisch. Er vermittelt den Eindruck historisch genau zu sein, in dem er sowohl bei den Indianern und den Weißen Gut und Böse unterscheidet und den Schurken auch noch Motive für ihre Taten zugesteht. Natürlich kann man sich daran stoßen, dass der einzige Störenfried in der Armee ein Nicht-Engländer, sondern ein deutscher Söldner ist. Aber gut steigen die Engländer (die natürlich die späteren Amerikaner symbolisieren) auch nicht aus, wenn sie es zulassen, dass ein solcher Finsterling in ihrem Namen schaltet und waltet wie er will.
Ich finde es jedenfalls abwechslungsreich Lex einmal in einem amerikanischen Historien- oder Indianerfilm zu sehen, der nicht im stereotypen Wilden Westen spielt und in dem der Colt das Gesetz ist.
Abschließend möchte ich mit dem Klischee aufräumen, dieser Film sei billig produziert. Der Regisseur ist ein Veteran, der im selben Jahr Filme mit Joan Crawford oder Kirk Douglas inszeniert hat. Der Drehbuchautor war Spezialist für Indianerfilme und hat später "Ein Mann den sie Pferd nannten" geschrieben. Die Musik ist von Elmer Bernstein, dem mit Sicherheit bekanntesten Westernkomponisten der gesamten 50er und 60er Jahre, und auch die Nebendarsteller haben zum Teil beachtliche Filmografien aufzuweisen.
Und die Außenaufnahmen, Dekorationen und überhaupt die ganze Atmosphäre bekunden einen weitaus aufwendigeren Stil als beispielsweise Lex' Bel-Air-Produktionen oder auch die Tarzan-Streifen.
Interessant, dass der Film so kontroverse Meinungen auslöst: User Comments auf der Imdb oder Rafalzik in der Barker-Biografie sympathisieren mit dem Film, während gegensätzliche Meinungen im Forum der Inoffiziellen Barker-Fanpage oder im Motion Picture Guide zu lesen sind. Letzterer gibt einen (von fünf möglichen) Punkten und schreibt: "Der einzige positive Punkt an dem Film ist Barker". Und das, obwohl das Werk Barker ansonsten so gut wie immer ignoriert.
[G.H.]



