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Rebell der Roten Berge

USA 1957
Westernabenteuer
Originaltitel: War Drums
Regie: Reginald Le Borg
Produzent: Howard W. Koch
Musik: Les Baxter
Hauptdarsteller: Lex Barker, Joan Taylor, Ben Johnson

Inhalt

Der Apachenhäuptling Mangas "erbeutet" bei einem Überfall auf mexikanische Banditen die heimatlose Schönheit Riva und verliebt sich in sie. Auch Mangas' weißer Freund, der Händler Luke, liebt Riva. Gegen den Willen verschiedener Stammesmitglieder und in Gegenwart eines enttäuschten Freundes heiratet Mangas Riva und bildet sie zur Kriegerin aus. Als eines Tages weiße Goldsucher im Land der Apachen eine Frau und ein Kind seines Stammes verwunden, stellt Mangas die Verbrecher zur Rede. Sie ergreifen ihn und peitschen ihn gnadenlos aus. Rachsüchtig wird Mangas zum Feind aller Weißen. Ein Vermittlungsversuch durch Luke scheitert an einem Missverständnis. Bald wird Mangas Coloradas zum gefürchtesten Indianer der Gegend. Die Jahre vergehen, der amerikanische Bürgerkrieg ist entflammt. Mangas nutzt die Zersplitterung der Weißen für neue Überfälle. Bei einem seiner Raubzüge wird er angeschossen und schwer verletzt. Riva bringt ihn in eine Siedlung der Weißen, um ihn verarzten zu lassen. Luke, inzwischen Major in der Kavallerie, stellt die Indianer – lässt Mangas, Riva und die Krieger aber ziehen, nachdem der Häuptling verspricht, sich weit in die Berge zurückzuziehen.

Fankommentar

Ich finde den Film recht gelungen. Großteils – besonders am Anfang - vermittelt er eine Atmosphäre, die sehr realistisch das Leben eines Indianerstammes zeigt. Die Bräuche, die Behausungen, die spärlichen Kostüme im Gegensatz zu den prächtigen Hochzeitsgewändern – das ist alles sehr stimmig. Nur sehr wenige B-Western dieser Zeit schaffen das auch nur annähernd. Lex und die anderen Indianerdarsteller überzeugen überdurchschnittlich. Die ihm eigene Zurückhaltung im Spiel, kommt Barker als Indianer natürlich sehr entgegen. Der beste Beweis für das Gelingen seiner Darstellung: Schon nach wenigen Minuten finet man die Tatsache, dass Lex Barker mit schwarzen, langen Haaren einen Häuptling mimt, absolut nicht mehr kurios. Großartig dann die Szene, in der der kühle Mangas heiratet und seinen ersten Kuss bekommt. Leider nimmt sich der Film meiner Meinung nach zuviel vor. Es scheint als ob der – in meiner Aufnahme – nur 71 minütige Streifen das ganze Schicksal der nordamerikanischen Indianer zeigen will, anstatt an seiner interessanten Geschichte, um die Rivalität zweier edler Freunde verschiedener Hautfarbe um eine Frau, festzuhalten. Die Story unternimmt dann mehrere Zeitsprünge über viele Jahre und verliert so an Intensität. Sehr schön sind die Landschaftsaufnahmen. Ich glaube, es wurde kein Filmmeter in einem Studio gedreht!
Ein Lob gebührt auch den Schauspielern, vor allem Joan Taylor, die mit einer gewissen lächerlich machenden Verwandlung in eine Indianeramazone zu kämpfen hat, jedoch trotzdem toll wirkt. Larry Chance ist ein wirklich guter Indianerdarsteller, der Lex an körperlichen Vorzügen sogar noch übertrumpft (siehe auch "Battles of Chief Pontiac"). Der zweite Hauptdarsteller Ben Johnson, ein Lieblingsdarsteller des großen Westernregisseur John Ford, wirkt teilweise etwas verhalten, füllt die Rolle im Großen und Ganzen aber aus. Interessantes Detail: Der Darsteller des John (der werdende Vater gegen Schluss des Films), der hier nicht einmal im Vorspann auftaucht, ist Stuart Whitman, der nur vier Jahre später nominiert war für den Oscar als bester Hauptdarsteller ("Gebrandmarkt") und in einigen weiteren Kinoklassikern die Hauptrolle spielte (z.B. "Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten"). [G.H.]